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Röntgendiagnostik im Zeichen der digitalen Revolution |
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Stand bis in die 70er-Jahre im klinischen Alltag praktisch nur das Röntgenverfahren zur Verfügung, so eröffnen Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) heute Einblicke in den menschlichen Körper, von denen man noch vor wenigen Jahren nur träumen konnte. „Die Entwicklung auf dem Computersektor und die ständig wachsenden Rechnerkapazitäten haben darüber hinaus nicht nur die bessere Verwaltung und Archivierung des Bildmaterials ermöglicht, sondern auch die diagnostischen Methoden selbst erweitert“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Haller, Leiter des Zentralröntgeninstituts am Hanusch-Krankenhaus. „Computer fügen heute die Informationen aus den bildgebenden Verfahren zu dreidimensionalen Simulationen oder bewegten Filmen zusammen, die der Ärztin oder dem Arzt den Eindruck vermitteln, sie oder er könne sich nahezu frei im Körper der Patientinnen und Patienten bewegen.“ Bessere Diagnostik.
Die Entwicklungen dieser Verfahren haben bei nahezu allen Erkrankungen
zu einer deutlichen Verbesserung der Diagnostik beigetragen. Prim.
Haller: „Dies betrifft relativ harmlose Erkrankungen und Defekte
wie zum Beispiel Verletzungen und Abnützungserscheinungen an
Gelenken ebenso wie bösartige Tumoren.“ Vernünftige Anwendung.
Nicht vergessen werden sollte jedoch, dass auch die neueren
Diagnostikverfahren nicht gänzlich ohne Risiken für
Patientinnen und Patienten sind. Die CT ist mit einer gewissen
Strahlenbelastung verbunden, die mit der Zahl der Schnitte und vor
allem bei wiederholten Untersuchungen zunimmt. Darüber hinaus sind
für viele CT-Untersuchungen Kontrastmittel erforderlich, die in
seltenen Fällen zu schweren Unverträglichkeitsreaktionen
führen können und vor allem bei eingeschränkter
Nierenfunktion entsprechende Vorbereitung voraussetzen. Kombinierte Bildgebung.
Für die Zukunft erwartet Prim. Haller den verstärkten Einsatz
der sogenannten Fusions-Bildgebung, also von Verfahren, die CT oder MRT
mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kombinieren. Prim.
Haller: „Wir werden aber auch noch schnellere und besser
auflösende CT bekommen, die zum Beispiel eine noch genauere
Darstellung kleiner Blutgefäße ermöglicht. Das ist
unter anderem wichtig für die Diagnose von Veränderungen der
Herzkranzgefäße. Bei der MRT erwarten wir die Entwicklung
kleinerer Geräte, die es möglich machen, einzelne Regionen
des Körpers wie den Kopf oder die Extremitäten zu
untersuchen, ohne dass man immer das große Gerät für
den ganzen Körper einsetzen muss. Sollte sich herausstellen, dass
auch Magnetfelder mit mehr als drei Tesla gut verträglich sind,
wird man vielleicht auch die Feldstärke noch etwas
erhöhen.“ (reb)
Kasten: Bildgebende Diagnostik im Überblick
Die Computertomographie (CT)
ermöglicht es, aussagekräftige Bilder von inneren Organen zu
erstellen, was mit dem konventionellen Röntgen nur sehr
eingeschränkt möglich ist. Techniken wie Spiral- oder
Helix-CT, Mehrzeilen-CT, Dual-Source-Computertomographie und
Zwei-Spektren-CT bzw. Multi-Energy-Computertomographie haben die
Einsatzgebiete der Methode erheblich erweitert – inzwischen sind
auch dreidimensionale Darstellungen von Organen möglich.
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