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Diskrete Beratungsstelle für die erste Liebe Wenn Mädchen und junge Frauen in Sachen Liebe, Sex und Körper Infos oder eine Behandlung benötigen, dann brauchen sie diese rasch, diskret und ohne bürokratischen Aufwand. Dasselbe gilt, wenn Verhütungsmittel benötigt werden. Die neue „Mädchensprechstunde“ der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) nimmt sich genau dieser Dinge an. |
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„Gut die Hälfte der geschlechtsreifen Mädchen wissen nicht, wann ihre ‚gefährlichen‘, fruchtbaren Tage sind. Und 43 Prozent der jungen Burschen beziehen ihre Vorstellung davon, wie Sexualität abläuft, aus völlig lebensfernen Quellen, nämlich aus Pornofilmen“, zitiert Drin. Claudia Linemayr-Wagner, Psychotherapeutin und Gynäkologin der Wiener Gebietskrankenkasse und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), besorgniserregende Studiendaten. „Wenn dann die erste Liebe ins Haus steht oder die erste Liebesnacht – für viele überraschend und daher gelegentlich auch ungeschützt –stattgefunden hat, brauchen junge Frauen rasche, unbürokratische Hilfe, ohne wochenlange Wartezeiten und hochnotpeinliches Ausfragen. Genau das können wir nun bieten.“ Diskrete Beratung. Die Rede ist von der „Mädchensprechstunde“, die Drin. Linemayr-Wagner seit November 2011 jeden Dienstag von 13.00 bis 14.00 Uhr im WGKK-Gesundheitszentrum Wien-Mitte leitet und die bei entsprechender Nachfrage schon bald erweitert werden soll. „Alle Mädchen zwischen 12 und 18 können bei uns gynäkologische Beratung in Anspruch nehmen und Rezepte für das entsprechende Verhütungsmittel beziehen, ab 14 Jahren auch ohne Wissen und Einwilligung der Eltern“, erklärt Drin. Linemayr-Wagner. „Wir haben die Sprechstunde deshalb so gelegt, dass sie unauffällig gleich nach der Schule besucht werden kann. Wir freuen uns über eine telefonische Voranmeldung, uns sind aber auch alle willkommen, die – vielleicht in einer Notsituation – unangemeldet zu uns kommen. Gern dürfen Mädchen dabei auch ihre Freundinnen oder Partner mitbringen. Erfahrungsgemäß kommt Heikles dann noch mutiger zur Sprache.“ Vertrauensbildung. Völlig okay ist es aber auch, intime Themen nicht gleich beim ersten Mal anzusprechen, sondern zuerst den Kontakt herzustellen und die Beraterinnen persönlich kennenzulernen. „Das nimmt die Schwellenangst und schafft das notwendige Vertrauen“, sagt Drin. Linemayr-Wagner. Dieses Vertrauen ist Voraussetzung, um all jene Themen anzusprechen, die Heranwachsende besonders beschäftigen: zum Beispiel die erste Liebe, das „erste Mal“, Hygiene, Information über Sexualität ganz allgemein und über Verhütungsmethoden im Besonderen, das oft schwierige Verhältnis zwischen Sex und Beziehung und nicht zuletzt die Beziehung zum eigenen Körper. „Es ist traurig, in welch jungem Alter schon Anliegen wie Schamlippenverkleinerung oder Brustvergrößerung an uns herangetragen werden“, meint Drin. Linemayr-Wagner. „In solchen Fällen versuchen wir einfühlsam, die Selbstliebe und die Annahme des eigenen Körpers zu unterstützen.“ Empfängnisverhütung. In der Praxis drehen sich die häufigsten Fragen um Empfängnisverhütung. „Eine ungewollte Schwangerschaft ist für eine 16-Jährige eine psychische und physische Katastrophe“, weiß Drin. Linemayr-Wagner. „Dem wollen wir unbedingt vorbeugen.“ Die jungen Klientinnen werden daher eingehend und individuell beraten: Ist gerade für mich die „Pille“ die optimale Lösung oder vielleicht doch der „Ring“, der „Patch“ oder die Drei-Monats-Spritze? Respekt als erstes Gebot.
Neben Fachkompetenz dürfen die Klientinnen der
Mädchensprechstunde vor allem eines erwarten: Respekt. „Wer
nur zu einem Gespräch kommt, wird von uns nie zu mehr, etwa zu
einer Untersuchung, genötigt“, betont Drin. Linemayr-Wagner.
„Denn die wichtigste Botschaft, die ich allen vermitteln
möchte, lautet: Ich tue nichts, was du nicht willst – und es
darf auch sonst niemand im Leben etwas mit dir tun, was du nicht
willst!“ (jk)
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