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Kindergesundheit für Körper und Seele
Gesunde Kinder haben größere Chancen, auch gesunde Erwachsene zu werden. Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) nimmt ihre Verantwortung ernst und baut die gesundheitliche Versorgung für Kinder und Jugendliche stetig aus. PEOPLE hat recherchiert, welche speziellen Behandlungsangebote dem Nachwuchs in Wien zur Verfügung stehen.
„Die Nachfrage nach Behandlungsplätzen speziell für Kinder und Jugendliche ist zuletzt stark gestiegen“, konstatiert DDrin. Andrea Fleischmann, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Vertragspartnerangelegenheiten der WGKK. „Wenn wir als Gesellschaft zu einer gesunden Zukunft beitragen wollen, müssen wir gerade für unseren Nachwuchs eine optimale gesundheitliche Versorgung sicherstellen, denn aus kranken Kindern werden oft kranke Erwachsene. Trotz der bekanntermaßen beengten finanziellen Situation weitet die WGKK daher ihr Angebot für die Jüngsten und Verletzlichsten konsequent durch neue Leistungen aus, die kostenlos in Anspruch genommen werden können.“

Nachfrage-Plus. Für den steigenden Bedarf an solchen Leistungen gibt es eine Reihe von Gründen. „Zwei davon liegen ausgerechnet in den Fortschritten der Medizin“, erläutert DDrin.. Fleischmann. „So überleben heute viel mehr Frühchen als früher, dafür aber mit einem höheren Risiko von Entwicklungsverzögerungen. Gleiches gilt für Mehrlingsgeburten, die durch neue Techniken der künstlichen Befruchtung stark angestiegen sind.“

Weitere Ursachen liegen zum Beispiel darin, dass viele Kinder mit Migrationshintergrund mehrsprachig aufwachsen: ein großes Plus für das spätere Leben, aber auch häufige Ursache einer langsameren Entwicklung, die in der Schule zu Überforderungen führen kann. Kindern mit zwei berufstätigen Eltern, die ihre Freizeit ohne menschliche Ansprache vor TV-Geräten und Computermonitoren oder mit Konsolenspielen verbringen müssen, fehlen oft wesentliche Impulse für die geistige, sprachliche und körperliche Entwicklung, was beispielsweise zur Entwicklung des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms ADHS führen kann. Und nicht zuletzt werden heute orthopädische oder logopädische Probleme frühzeitig entdeckt und behandelt.

Neue Kapazitäten. Gründe genug, um nicht nur die Kapazitäten der WGKK-eigenen Gesundheitszentren, sondern auch jene vieler Vertragseinrichtungen auszuweiten. Zusätzliche Verträge mit neuen Leistungserbringern haben das Netz, das Kids und Teenies in körperlichen oder Seelennöten auffängt, noch verstärkt.

„Erweitert haben wir unsere Aufnahmefähigkeit für junge Patientinnen und Patienten vor allem in drei großen Gruppen von Leistungen“, so DDrin. Fleischmann. „Erstens für Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie und psychologische Diagnostik, also Untersuchungen und Behandlungen für teils wohl schwierige, thematisch aber klar abgegrenzte Störungen. Zweitens spezielle Behandlungsangebote für Kinder mit komplexen Problemen wie Entwicklungsverzögerungen oder sogenannten Mehrfachstörungen. Und drittens haben wir unsere psychotherapeutischen Kapazitäten für Kinder und Jugendliche deutlich hochgefahren.“

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wird in Wien eine Vielzahl von Behandlungen von qualifizierten freiberuflichen Therapeutinnen und Therapeuten abgedeckt:
  • Wird etwa im Kindergarten eine Sprachstörung entdeckt, die bis zum Schuleintritt tunlichst therapiert werden sollte, fällt das in die Zuständigkeit der Vertragslogopädinnen und -logopäden der WGKK.
  • Frühe orthopädische Störungen wie Wirbelsäulenverkrümmungen oder Schieflagen von Babys werden von Vertragsphysiotherapeutinnen und -therapeuten behandelt.
  • Wenn Kinder, etwa aufgrund einer gestörten Körperwahrnehmung, ihre Motorik nicht richtig dosieren können, sind dafür Vertragsergotherapeutinnen und -therapeuten zuständig.
  • Psychische Probleme wie Ängstlichkeit, Aggressionen, Verhaltensstörungen oder psychosomatische Erkrankungen wie Einnässen oder scheinbar grundloses Auftreten von Kopf- oder Bauchschmerz wiederum bedürfen einer psychologischen Diagnostik bei Vertragspsychologinnen und -psychologen.
„Nach der Verstärkung unserer Kapazitäten können wir jährlich nun 30.000 Therapieeinheiten Logopädie, 6.500 Therapieeinheiten Physiotherapie und 6.000 Therapieeinheiten Ergotherapie zur Verfügung stellen“, bilanziert DDrin. Fleischmann. „Das entspricht rund 3.000, 650 bzw. 600 Therapieplätzen.“

Mehrfachstörungen. Häufig ist es allerdings mit einer einzigen Therapie nicht getan. Bestimmte Entwicklungsrückstände, ADHS oder „Mehrfachstörungen“ bedürfen oft eines komplexen Zusammenspiels von Physio-, Ergo-, Logo- und Psychotherapie. WGKK-Versicherten stehen dafür die Ambulanzen des Vereins für Kinder mit besonderen Bedürfnissen im 10., 15., 18. und 21. Bezirk sowie das Zentrum für Entwicklungsförderung im 22. Bezirk mit jährlich insgesamt 8.400 Therapieplätzen zur Verfügung.
Für hochgradige Bewegungs-, Koordinations- und Wahrnehmungsstörungen, die auf Gehirnschäden zurückzuführen sind, ist das Therapieinstitut Keil (Wien 17) als Vertragseinrichtung zuständig.

Seelenschmerzen. Die Belastungen unserer hektischen Zeit führen auch dazu, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Psychotherapie benötigen. Die WGKK stellt dafür nun jährlich 125.000 Therapiestunden bei rund 700 niedergelassenen Psychotherapeutinnen und -therapeuten mit „Kassenplätzen“ zur Verfügung (siehe Kasten).

Für die Betreuung besonders schwerer psychischer Verletzungen und für sehr komplexe Fragestellungen bietet die WGKK ihren Versicherten zusätzlich mehrere spezialisierte Einrichtungen an:
  • In akuten Krisensituationen, besonders wenn es um Gewalt in der Familie oder Missbrauch geht, helfen das Individualpsychologische Ambulatorium „die Boje“ (Wien 17), das Unabhängige Kinderschutzzentrum Wien 7 und das Kinderschutzzentrum „die möwe“ (Wien 1).

  • Auf Essstörungen wie Anorexie, Bulimie und Binge-Eating spezialisiert sind die Ambulanzen von „sowhat“ in Wien und Mödling.

  • Kinder und Jugendliche, die eine aufeinander abgestimmte psychologische, psychotherapeutische, kinderpsychiatrische, ergotherapeutische, physiotherapeutische und/oder logopädische Behandlung benötigen, finden im Ambulatorium SOS-Kinderdorf in Wien 21 oder im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulatorium des Psychosozialen Dienstes (PSD) in Wien 23 kostenlose Unterstützung. 

Vertragspartner der WGKK sind auch die verschiedenen Standorte des Instituts für Erziehungshilfe, die Kindern und Jugendlichen bis 18 psychologische Diagnostik, psychotherapeutische Behandlung und fachärztliche Betreuung bieten.

„An der Gesundheit unseres Nachwuchses zu sparen, wäre Zukunftsvernichtung“, unterstreicht DDrin. Fleischmann. „Das Engagement der WGKK für die Jugend zeigt, so glaube ich, dass wir auch in Krisenzeiten das Herz am rechten Fleck haben und dort, wo es drauf ankommt, auch Zusatzkosten nicht scheuen.“ (jk)



So kommt Ihr Kind zu seiner Therapie
  • Für Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie bei Vertragspartnern der WGKK ist eine ärztliche Überweisung mit Chefarztbewilligung nötig. Gleiches gilt für Behandlungen im Therapieinstitut Keil.

  • Für psychologische Diagnostik reicht die ärztliche Überweisung.

  • Behandlungen in den Ambulatorien des Vereins für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und im Zentrum für Entwicklungsförderung können direkt mittels e-card in Anspruch genommen werden.

  • Auch die Notwendigkeit einer Psychotherapie wird in den Vertragseinrichtungen der WGKK vor Ort überprüft, sodass es nur der e-card und keiner zusätzlichen Überweisung oder Bewilligung bedarf. Dies gilt für die Institute für Erziehungshilfe, „die Boje“, „die möwe“, das Kinderschutzzentrum Wien 7, „sowhat“, das Ambulatorium SOS-Kinderdorf und das Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulatorium des PSD.

  • Psychotherapie auf Krankenschein bei niedergelassenen Psychotherapeutinnen und -therapeuten wird über den Verein Wiener Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung sowie über den Verein für Ambulante Psychotherapie (VAP) vermittelt. Kontakt: VAP-PatientInnen-Hotline unter (01) 402 56 96 (Di., Do.: 8.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr; Mi.: 8.00 bis 13.00 Uhr)


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